Führungen in Deutschland

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Deutschland ist ein Bundesstaat aus sechzehn Ländern. Die meiste Zeit ihrer Geschichte waren sie eigene Staaten, und das sieht man bis heute. Bier, Essen, Architektur und Tonfall wechseln alle paar hundert Kilometer. Eine Woche hier ist die Wahl zwischen zwei oder drei Regionen und keine Runde durch das Land.

Das andere, was man wissen sollte: Das zwanzigste Jahrhundert ist hier kein Museumsthema. In Berlin steht es auf der Straße. Es steckt in den wiederaufgebauten Zentren von Dresden und Frankfurt und in Mahnmalen mitten in ganz gewöhnlichen Städten.

Wohin die Touren tatsächlich fahren:

  • Bayern. Die Alpen, die Schlösser, an denen sich Ludwig II. ruinierte, und München als Basis für nahezu alles davon.
  • Berlin und Brandenburg. Routen zu Mauer und Kaltem Krieg, die Orte der NS-Zeit und Potsdam mit den preußischen Schlössern eine halbe Stunde draußen.
  • Rhein und Südwesten. Das Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz auf der UNESCO-Liste, das Heidelberger Schloss über dem Neckar, dahinter der Schwarzwald.
  • Franken. Nürnberg, Rothenburg ob der Tauber und Bamberg — Mauerstädte und Rauchbier, und ein anderes Bayern als das alpine.
  • Die Donau. Passau am Zusammenfluss dreier Flüsse, und die Flusskreuzfahrten, die dort wenden.

Das Angebot folgt dieser Geografie. Das meiste davon ist ein Tag im Wagen mit ortskundigem Fahrer, weil die Abstände zwischen den Sehenswürdigkeiten länger sind als die Sehenswürdigkeiten selbst. Züge verbinden Städte, keine Schlösser. Rundgänge erledigen die Zentren, die kompakt sind und sich zu Fuß am besten erschließen.

Mehrere Routen überschreiten ohne Aufhebens eine Grenze. Salzburg und Hallstatt laufen ab München, Straßburg ab Frankfurt, Český Krumlov und Prag ab Passau. Kontrolliert wird niemand, und der Tag kostet, was ein deutscher Tagesausflug kostet.

Praktisches

  • Saison. Mai bis September ist das verlässliche Fenster. Alpenpässe und Seenschifffahrt laufen nur im Sommer, und die Weihnachtsmärkte sind die zweite Hochsaison, von Ende November bis Ende Dezember.
  • Zwischen den Städten. ICE-Züge sind schnell und am selben Tag teuer, Wochen im Voraus gebucht dagegen billig. Es gibt Ländertickets, die ein ganzes Bundesland einen Tag lang abdecken, und danach lohnt die Frage.
  • Bargeld. Deutschland hängt stärker am Bargeld als seine Nachbarn. Kleine Lokale, Bäckereien und manche Museen nehmen keine Karte.
  • Sonntag. Die Läden sind zu, fast alle. Der Großeinkauf gehört auf den Samstag.
  • Schlösser. Neuschwanstein hat feste Zeitfenster und ist im Sommer Tage vorher ausverkauft; das Ticket gilt für den Termin und nicht für den Tag.
  • Ruhezeit. Nachts und sonntags ganztägig, in Mehrfamilienhäusern verbindlich und auch durchgesetzt.
  • Trinkgeld. Aufrunden oder rund fünf Prozent, und beim Zahlen die Summe nennen, statt Münzen liegen zu lassen.

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