Führungen in Nürnberg

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Nürnberg ist die Hauptstadt Frankens in allem außer dem Titel, und Franken ist nicht das Bayern der Plakate. Keine Alpen, keine Lederhosen, ein anderer Dialekt. Die Biertradition führt zum Rauchmalz und nicht zum hellen Lagerbier.

Dies war eine Freie Reichsstadt. Die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches verwahrten hier ihre Reichskleinodien. Neunzig Prozent der Altstadt wurden im Januar 1945 zerstört und danach nach dem mittelalterlichen Grundriss wieder aufgebaut. Was man durchläuft, ist eine Rekonstruktion, und sie sagt das ehrlich.

Was die Altstadt und ihre Ränder halten:

  • Die Kaiserburg. Die Reichsburg auf dem Sandsteinrücken, mit der Doppelkapelle und dem Tiefen Brunnen.
  • Das Dürer-Haus. Wo der Maler von 1509 bis zu seinem Tod lebte, eines der wenigen Gebäude, die stehen blieben.
  • Das Reichsparteitagsgelände. Die unvollendete Kongresshalle und das Zeppelinfeld südöstlich der Stadt, mit dem Dokumentationszentrum darin.
  • Saal 600. Wo ab 1945 die Prozesse tagten, im Justizpalast, bis heute ein arbeitendes Gericht.
  • Der Christkindlesmarkt. Auf dem Hauptmarkt ab Ende November, der Markt, den die meisten anderen deutschen Weihnachtsmärkte nachahmen.

Das Angebot hier ist dünn und selbstgeführt. Laufrouten und Schnitzeljagden schließen die Altstadt im eigenen Tempo auf, einmal gekauft und auf dem Telefon gespielt. Das passt zu einem kompakten Zentrum mit kurzen Wegen und ordentlicher Beschilderung.

Für das Reichsparteitagsgelände und den Gerichtssaal bringt eine Führung mehr. Beides wird meist als Teil eines Tages ab München oder Bamberg genommen statt hier gebucht. Schnellzüge fahren zwei Stunden ab München.

Praktisches

  • Weihnachtsmarkt. Ende November bis zum 24. Dezember. Die Altstadt ist an Wochenenden unpassierbar, und die Hotels sind schon im Sommer ausgebucht.
  • Reichsparteitagsgelände. Vierzig Minuten mit der Straßenbahnlinie vier ab Zentrum, dann ein langer Weg über offenes Gelände. Einen halben Tag einplanen.
  • Saal 600. Für Besucher nur offen, wenn das Gericht nicht tagt, was in der Regel Wochenenden heißt.
  • Bratwurst. Die Nürnberger sind fingergroß und werden zu dritt im Brötchen verkauft. Der geschützte Name sorgt dafür, dass sie nirgendwo sonst hergestellt werden.
  • Anreise. Zwei Stunden ab München, eine Stunde ab Bamberg, und der Bahnhof liegt am Rand der Mauern.

Städte: Deutschland

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