Führungen in Miami

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Miami sind zwei Orte, getrennt durch Wasser, und die Dammstraßen dazwischen sind die halbe Erfahrung. Auf dem Festland bilden Downtown und Brickell die Finanzstadt, Glastürme über der Biscayne Bay, mit Bayside unten am Wasser. Westlich davon Little Havana, wo die Calle Ocho die Zigarrenläden, die Kaffeefenster und den Dominopark hält. Nördlich Wynwood, ein Lagerviertel, das Wand für Wand zur Freiluftgalerie umgestrichen wurde. Jenseits der Bucht ist Miami Beach eine vorgelagerte Insel, deren Südende eine der größten Ansammlungen von Art déco der Dreißigerjahre überhaupt hält — rund 800 geschützte Gebäude auf etwa einer Quadratmeile, am fotogensten am Ocean Drive, mit der Lincoln Road quer hindurch für den Einkauf. Südlich der Innenstadt hält die Villa Vizcaya ihre italienischen Gärten am Ufer, vorgelagert liegt Key Biscayne mit Leuchtturm und ruhigen Stränden.

Das Wasser ist die Hauptkategorie und kommt in jedem Format: Buchtrundfahrten vorbei an den Inselvillen, Segelkatamarane, Wassermotorräder, privat gecharterte Schnellboote und Kombinationen, die Busrundfahrt und Boot in denselben Nachmittag legen. An Land belohnt die Stadt eine Führung mehr, als man erwartet — Art-déco-Viertel, Wynwood und Little Havana haben Geschichten, die unsichtbar bleiben, wenn man nur hindurchläuft. Das Nachtleben wird hier als Ware verkauft, mit Klubpaketen, Freigetränken und Transport, was für einen Abend an der South Beach vernünftig ist. Und ein guter Teil dessen, was in Miami gebucht wird, findet außerhalb statt: die Everglades eine Stunde westlich, Key West vier Stunden südlich, beides mit Abfahrt am frühen Morgen aus der Stadt.

Praktisches. Hochsaison ist November bis April, trocken, warm und ausgebucht; der Sommer ist heiß, schwül und liegt in der Hurrikansaison von Juni bis November, und der Nachmittagsguss ist ein tägliches Ereignis statt Pech, meist binnen einer Stunde vorbei. Die Verkaufssteuer kommt an der Kasse dazu, Hotels schlagen auf den Zimmerpreis eine zusätzliche Gebühr, und Trinkgeld ist nicht freiwillig: achtzehn bis zwanzig Prozent im Restaurant, bei größeren Gruppen oft schon aufgeschlagen, und fünf bis zehn Dollar pro Kopf für eine Bootsbesatzung oder eine Führung. Das Parken an der South Beach ist die örtliche Standardklage, die Dammstraßen kriechen im Berufsverkehr, deshalb sparen Touren mit Abholung am Hotel hier mehr Zeit als anderswo, und Fahrdienste schlagen den Mietwagen, solange man die Stadt nicht verlässt. Spanisch ist in großen Teilen Miamis die erste Sprache, und niemanden stört, welche man benutzt. Alles auf dem Wasser liegt frei — auf einem Katamaran gibt es keinen Schatten — und Bootstouren fallen bei Wind aus, meist erst am Morgen selbst.

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