
Reise nach Bayern planen
Bayern ist das größte deutsche Land. Es liegt zugleich weiter vom deutschen Klischee entfernt als jedes andere — außer in genau den Teilen, die das Ausland für deutsch hält. Lederhosen, Bierhallen und Blasmusik sind hier heimisch und überall sonst importiert. Bis 1918 war es ein Königreich, es ist katholisch, wo der Norden protestantisch ist, und es hat die Alpen.
Was das für einen Besuch bedeutet, ist einfach. Die Region trägt die beiden größten Anziehungspunkte des Landes, die Berge und die Schlösser, und die liegen ein paar Stunden voneinander entfernt.
Wofür die Leute hier herauskommen:
- Neuschwanstein und Linderhof. Die Schlösser Ludwigs II., begonnen 1869 und 1874, keines davon mittelalterlich und beide als private Fantasie gebaut statt zur Verteidigung.
- Berchtesgaden und das Kehlsteinhaus. Der Bau von 1938 auf seinem Grat, und darunter der Königssee, den man mit dem Elektroboot erreicht.
- Franken. Die nördliche Hälfte — Nürnberg, Bamberg, Rothenburg ob der Tauber — mit eigenem Dialekt, eigenem Bier und ganz ohne Alpen.
- Regensburg. Ein mittelalterliches Zentrum, das den Krieg unversehrt überstanden hat, an der Donau.
Fast alles wird als Tagesausflug ab München verkauft, im Wagen mit ortskundigem Fahrer. Das ist praktisch begründet und nicht bloß Gewohnheit. Die Schlösser liegen neunzig Minuten draußen, an Straßen, denen die Züge nicht folgen, und die Rückwege ziehen sich.
Gruppenabfahrten gibt es für die beiden Ludwig-Schlösser und für Berchtesgaden. Ein privater Tag kostet für eine Person ein Mehrfaches und für vier ungefähr dasselbe. Er kauft einen frühen Start und keine Schlange. Salzburg und Hallstatt liegen jenseits der österreichischen Grenze und verkaufen sich zu denselben Bedingungen.
Praktisches
- Tickets für Neuschwanstein. Feste Zeitfenster, von Juni bis September Tage im Voraus ausverkauft. Eine Tour, die das Ticket enthält, ist mehr wert als der Rabatt, den sie einem nicht gibt.
- Saison am Kehlsteinhaus. Die Straße öffnet um Mitte Mai und schließt mit dem ersten Schnee, meist Ende Oktober. Außerhalb davon lohnt Berchtesgaden den Tag weiterhin; der Gipfel ist dann nicht erreichbar.
- Entfernungen. Von München nach Neuschwanstein sind es etwa zwei Stunden pro Richtung, nach Berchtesgaden dasselbe. Ein Schlössertag dauert von Tür zu Tür zehn Stunden.
- Zu Fuß. Das letzte Stück hinauf nach Neuschwanstein sind steile dreißig bis vierzig Minuten, sonst Shuttlebus oder Pferdekutsche. Schuhe dafür mitbringen.
- Bargeld. Dorfgasthöfe und Berghütten nehmen oft nichts außer Bargeld.
Städte: Bayern
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