Führungen in München

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München hat nie aufgehört, sich wie eine Hauptstadt zu benehmen. Die Wittelsbacher regierten hier sieben Jahrhunderte lang und hinterließen eine Residenzstadt: Schlösser, Sammlungen, streng angelegte Parks. Die Bierkultur kommt vom selben Hof, der die Braurechte vergab.

Was die Wittelsbacher hinterlassen haben

Die alte Stadtmauer ist verschwunden. Der Altstadtring folgt ihr bis heute, und fast alles, was hier folgt, liegt innerhalb davon.

  • Die Residenz. Der größte Stadtpalast Deutschlands, mit dem Antiquarium der Renaissance von 1571 darin. Museum, Schatzkammer und Cuvilliés-Theater kosten zusammen zwanzig Euro.
  • Nymphenburg. Das Sommerschloss im Westen, mit den Staatskarossen und Schlitten im alten Marstall.
  • Marienplatz. Das Glockenspiel läuft ganzjährig um elf und um zwölf, von März bis Oktober zusätzlich um fünf.
  • Der Englische Garten. Größer als der Central Park, mit einer stehenden Welle am Eisbach. Die Stadt lässt dort inzwischen nur erfahrene Flusssurfer zu, das hier ist also zum Zuschauen.

Rundgänge zu Fuß nehmen sich das Zentrum vor, und das passt dazu. Schwabing und das Glockenbachviertel liegen knapp außerhalb und gehören dem Abend. Alles andere, was hier verkauft wird, fährt vor neun aus der Stadt.

Der Ein-Euro-Sonntag

Die bayerischen Staatsgemäldesammlungen verlangen sonntags einen Euro statt neun oder zehn. Einen Tag darum herum zu bauen, ist hier normal. Montags haben alle zu.

  • Alte Pinakothek. Alte Meister, an den meisten Tagen neun Euro und sonntags einer, dienstags und mittwochs lange offen.
  • Pinakothek der Moderne. Kunst, Design und Architektur in einem Haus, zu denselben Bedingungen.
  • Die Neue Pinakothek ist geschlossen. Sanierung bis 2029, ihre Höhepunkte des neunzehnten Jahrhunderts hängen im Ostflügel der Alten Pinakothek und in der Sammlung Schack.
  • Nicht dabei. Das Deutsche Museum, eine der größten Sammlungen zu Naturwissenschaft und Technik überhaupt, macht seine eigenen Preise.

Bier als Maßeinheit

Wer hier ein Bier bestellt, ohne zu sagen welches, bekommt ein Helles. Die Größe sollte man aber dazusagen.

  • Maß und Halbe. Eine Maß ist ein voller Liter und kostet im Biergarten acht bis elf Euro. Eine Halbe ist die Hälfte davon und das, was die meisten Einheimischen unter der Woche trinken.
  • Eigenes Essen mitbringen. Das bayerische Recht erlaubt die eigene Brotzeit im Selbstbedienungsteil eines Biergartens. Eigene Getränke nicht.
  • Viktualienmarkt. Sein Biergarten wechselt alle fünf bis sechs Wochen durch alle sechs Münchner Brauereien, angeschrieben an der Ausgabe.
  • Schluss. Vorgeschrieben ist: um zehn endet die Musik, um halb elf die Ausgabe, um elf ist der Garten leer. München ist nicht Berlin.

Praktisches

  • Ladenschluss. Bayern hat die strenge Fassung behalten: Geschäfte schließen um acht und sonntags ganz, und der 15. August ist hier ein Feiertag.
  • Oktoberfest. Sechzehn Tage bis zum ersten Sonntag im Oktober, auf der Theresienwiese, seit 1810. Betten kosten ein Vielfaches des Üblichen und sind Monate vorher weg.
  • Wetter. München liegt auf 520 Metern und ist kühler als der größte Teil Deutschlands. An Föhntagen stehen die Alpen am Horizont, und die Einheimischen schieben ihre Kopfschmerzen auf den Wind.
  • Vom Flughafen. Vierzig Minuten mit der S-Bahn, und eine Tageskarte schlägt zwei Einzelfahrten.
  • Bargeld. Biergärten und der Markt nehmen es zuerst.

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