Führungen in Reykjavík
Reykjavík ist die nördlichste Hauptstadt der Welt und beherbergt etwa zwei Drittel aller Isländer — rund 140.000 Menschen in der Stadt, 240.000 im Großraum, bei einer Landesbevölkerung kleiner als die der meisten europäischen Vorstädte. Geheizt wird komplett mit Geothermalwasser aus Nesjavellir; deshalb läuft der Hahn in Sekunden heiß und die ganze Stadt riecht in Duschnähe schwach nach Schwefel.
Die Stadt selbst ist klein und flach. Hallgrímskirkja und das Konzerthaus Harpa sind die beiden Wahrzeichen, im alten Hafen wird neben den Walbeobachtungsbooten noch Fisch angelandet, und die Laugavegur bietet ein paar hundert Meter Läden und Bars, die freitags nach Mitternacht wirklich voll werden. Wichtiger als die Museen sind hier die öffentlichen Bäder: jedes Viertel hat eines, sie liegen im Freien und öffnen ganzjährig, und in den Hot Pots redet die Stadt mit sich selbst.
Das meiste, was man in Reykjavík unternimmt, passiert aber außerhalb. Golden Circle, die Wasserfälle der Südküste, die Blaue Lagune, Gletscherwanderungen, Eishöhlen und Whale Watching starten alle hier als Halb- oder Ganztagestouren. Der Sommer bringt Tageslicht rund um die Uhr und offene Hochlandpisten; der Winter kurze Tage, Nordlichter und Wetter, das ohne Vorwarnung absagt. Touren in Reykjavík sollte man von Juni bis August und um Neujahr vorbuchen — sonst reichen meist ein, zwei Tage.

































