
Reise nach Essaouira planen
Essaouira ist ein ummauerter Hafen an der Atlantikküste Marokkos, westlich von Marrakesch. Europäer kannten den Ort als Mogador. Seine Medina kam 2001 auf die UNESCO-Liste, und sie sieht keiner anderen marokkanischen Altstadt ähnlich. Die Straßen laufen gerade, im Raster.
Sultan Mohammed ben Abdallah baute die Stadt 1764 als königlichen Hafen neu auf. Ein französischer Ingenieur, Théodore Cornut, zeichnete den Plan. Deshalb lesen sich die Wehrmauern als Bastionen und nicht als Kasbahmauern. Das portugiesische Fort von 1506 stand auf demselben Felsen und hinterließ fast nichts.
Der Ort ist klein genug, um ihn an einem Vormittag zu lernen.
- Skala de la Ville — die Seebastion mit Messingkanonen darauf und Thuja-Holzschnitzern in den Bögen darunter.
- Der Hafen — eine Sardinenflotte in blauen Holzbooten, morgens eine Auktion und Grills, die verkaufen, was hereinkam.
- Place Moulay Hassan — wo die Medina auf den Hafen trifft und wo alle landen.
- Die Mellah — das alte jüdische Viertel am Nordende, halb verfallen und langsam wieder hergerichtet.
- Der Strand — eine lange Bucht, die nach Süden Richtung Diabat läuft, mit Kamelen, Pferden und Kiteschulen.
Was es in Essaouira zu tun gibt, beginnt beim Wind. Die Stadt ist seit Jahrzehnten ein Ziel für Kite und Windsurfen, und die Schulen arbeiten am Strand südlich der Mauern. Der Unterricht läuft privat oder zu zweit. Ausrüstung wird tageweise verliehen.
Der Rest ist ruhiger. Boote fahren zu den Sardinen hinaus und um die Inseln. Pferde und Quads arbeiten die Dünen bei Diabat ab, und Kooperativen außerhalb der Stadt pressen Arganöl von Hand.
Musik ist die andere Sache. Das Gnaoua-Festival füllt jeden Juni die Plätze, es kostet nichts, und die Stadt füllt sich für ein langes Wochenende. Die Tagesbusse fahren am späten Nachmittag ab, und das Licht wird gut, sobald sie weg sind.
Praktisches
- Wind. Die Passatwinde blasen vom Frühling bis zum Spätsommer am kräftigsten. Gut für Kites, schlecht zum Liegen im Sand.
- Temperatur. Für Marokko das ganze Jahr kühl: im Sommer selten weit über fünfundzwanzig, im Winter tagsüber um achtzehn Grad. Der Abend will eine Jacke.
- Wasser. Der Atlantik liegt selbst im August nahe bei achtzehn Grad, und die Surfschulen geben ganzjährig Neoprenanzüge aus.
- Preise. Minztee kostet zehn bis fünfzehn Dirham, gegrillte Sardinen deutlich unter hundert, ein Taxi quer durch die Stadt etwa zwanzig. Karten funktionieren in Hotels, nicht in der Medina.
- Die Grills am Hafen. Sie rechnen nach Gewicht ab. Den Preis vereinbaren, bevor der Fisch auf die Kohlen kommt.
- Anreise. Die Busse ab Marrakesch brauchen etwa drei Stunden und fahren über den Tag verteilt. Der Flughafen liegt zehn Kilometer südlich, mit saisonalen Flügen aus Europa.
- Thujaholz. An jeder Ecke verkauft. Die billigen Dosen sind Furnier über Weichholz; die echten sind schwer und riechen nach Harz.
Städte: Marokko
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