
Reise nach Marseille planen
Marseille ist die älteste Stadt Frankreichs, um 600 vor Christus von griechischen Seefahrern aus Phokaia gegründet, und sie hat nie ganz aufgehört, ein Hafen zu sein. Der Vieux-Port ist immer noch die Mitte von allem, morgens mit dem Fischmarkt am Kai, und vom selben Wasser legt die Fähre zum Château d'If ab, der Gefängnisinsel des Grafen von Monte Christo. Darüber steht Notre-Dame de la Garde auf dem höchsten Punkt der Stadt und ist aus fast jedem Winkel zu sehen. Le Panier hinter dem Nordkai ist das alte Viertel, lauter Treppen und Wäscheleinen, und daneben sitzt das MuCEM in einem schwarzen Betongitter, das eine Fußgängerbrücke mit einem Fort aus dem siebzehnten Jahrhundert verbindet. Nach Süden und Osten beginnen die Calanques fast noch innerhalb der Stadt: weiße Kalksteinbuchten mit Wasser in der Farbe eines Schwimmbeckens, zu Fuß oder mit dem Boot erreichbar.
Die Stadt belohnt eine Führung mehr als eine Liste. Rundgänge durch Le Panier und den alten Hafen erklären einen Ort, der chaotisch aussieht und keiner ist; Essen und Trinken sind hier eine eigene Kategorie, vom Bierverkosten bis zum musikalischen Aperitif mit Erzeugnissen aus der Umgebung. Die Calanques sind der Anziehungspunkt im Freien, erwandert vom Stadtrand aus oder mit dem Boot von Cassis her angefahren. Und Marseille funktioniert als Ausgangspunkt für die Provence: Aix-en-Provence und das Cézanne-Land, die Weingüter von Châteauneuf-du-Pape und Château La Coste, Avignon mit dem Papstpalast — alles unter zwei Stunden entfernt, das meiste davon als halber Tag mit Fahrer. Selbstgeführte Routen auf dem Telefon decken die Altstadt zum Preis eines Kaffees ab.
Praktisches. Der Mistral gehört hier zum Alltag: ein trockener Nordwind, der drei Tage am Stück wehen kann, den Himmel blank fegt und Bootsfahrten ausfallen lässt. Die Sommer sind heiß und trocken, die Winter mild, und gebadet wird von Juni bis in den Oktober. Die Bouillabaisse ist zu gleichen Teilen Gericht und Touristenfalle — eine echte bestellt man einen Tag vorher und zahlt sechzig Euro oder mehr; ein Teller Panisses kostet drei. Der Transfer vom Flughafen in die Stadt dauert eine gute halbe Stunde und lohnt sich vorab, weil der Flughafenbus am Bahnhof hält und nicht am Hafen. Metro und Straßenbahn sind billig und decken das Zentrum ab. Trinkgeld heißt aufrunden. Marseille hat einen Ruf für Taschendiebstahl; praktisch heißt das, auf der Canebière und nachts am Vieux-Port die Taschen geschlossen zu halten.
Städte: Frankreich
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